Energiewoche 2022

Die Energiewoche 2022 findet vom 14.8.2022 bis 18.8.2022 statt

Regenerative Energien und Naturschutz – wie geht das zusammen?

 

Energie-, Klima-, Gaskrise beschäftigen derzeit fast jede:n von uns. Soll das Ziel von maximal 1,5°C Temperaturerhöhung bis 2030 erreicht werden, sind enorme Anstrengungen erforderlich. Regenerative Energien decken derzeit knapp die Hälfte des bundesweiten Stromverbrauchs Deutschlands, blickt man auf den Gesamtenergiebedarf inklusive Wärme und Mobilität wäre aber eine Verachtfachung der aus regenerativen Quellen gewonnene nEnergie erforderlich. Wind- und Solarenergie müssten massiv ausgebaut werden, Geothermie in erheblich größerem Maße genutzt werden. Gleichzeitig soll und darf dieser Ausbau nicht zu Lasten von Natur- und Umweltschutz gehen. Wie Energiewende und Naturschutz zusammenpassen können, ist das Thema der diesjährigen Energiewoche. Auch in diesem Jahr ist es dem Verein Watt+Energie gelungen, namhafte Referenten zu gewinnen. So wird Dr. Martin Altrock die derzeitigen Planungen der Bundesregierung vorstellen und auf die Probleme zwischen Planungs- und Naturschutzrecht eingehen. Der Energiewende Minister des Landes Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt wird die Überlegungen der Landesregierung zu diesem Thema vorstellen. Besuche beim Windpark und der Biogasanlage mit Diskussionen zum Thema sowie eine Fahrradtour zu den unbekannten Seiten der Insel runden die Energiewoche 2022 ab. Gäste und Pellwormer erwartet eine spannende Woche

Der Eintritt für die Vorträge und Besichtigungen ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

 

14.8.2022 Bürgerhaus Kaydeich, 18:00 Uhr

 

Dr. Martin Altrock

 

„Aufbruch der Wind- und Solarenergie: Was plant die Bundesregierung“

Konfliktfelder Planungsrecht und Naturschutzrecht, was steckt im Oster- Sommer und Herbstpaket der Bundesregierung?

Die Klima- und Energiekrise wie auch das galoppierende Artensterben stellen Deutschland vor gewaltige Herausforderungen. Um die erforderlichen Ziele zur klimaneutralen Energieversorgung und Einhaltung des 1,5 Grad Ziels des Pariser Klimaschutzabkommes  zu erreichen, müssen alle Arten regenerativer Energiegewinnung massiv ausgebaut werden. Hier ist in den letzten 10 – 15 Jahren vieles versäumt bzw. nur halbherzig und bei weitem nicht ausreichend verfolgt worden. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der offensichtlichen Abhängigkeit von russischem Gas sind mutige Schritte zur Förderung des Ausbaus umso dringender geworden.. Gut 50 Pellwormer:innen und Feriengäste waren am 14.8. der Einladung von Watt und Mehr in das Bürgerhaus gefolgt, um sich von Dr. Martin Altrock im sog. Oster- und Sommerpakte beschlossenen Gesetzesänderungen erläutern zu lassen. Dr. Altrock ist Partner einer großen Rechtsanwaltskanzlei und Experte für Energierecht. Er berät die Bundesregierung und konnte so quasi „aus erster Hand“ berichten, welche Änderungen und Ergänzungen vorgenommen wurden. Die Ziele wurden deutlich erhöht, so soll Windenergie bis 2030 um 115 GW Leistung (zuvor 71 GW), Solarenergie um weitere 215 GW (zuvor 100 GW) Leistung ausgebaut werden: Auch für Biogas ergeben sich deutliche Veränderungen. Der Focus wird nun weniger auf der Strom- als auf der Produktion von Bio-Methan liegen, welches in die Gasnetze eingespeist werden soll. Auch sollen die Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht und beschleunigt werden. Die zuständigen Behörden werden nun per Gesetz gezwungen, entsprechende Anträge beschleunigt zu bearbeiten. Die kommunale Beteiligung an Energieerzeugungsanlagen wird gefördert ebenso wie es für Bürgerenergiegesellschaften einfacher werden wird, eigene Wind- oder Solarparks auf die Beine zu stellen. Gleichzeitig sind alle Bundesländer verpflichtet, um die 2% ihrer Landesfläche für Energieerzeugungsanlagen auszuweisen. Dass dieser Ausbau (allein die Anzahl der Offshore-Windkraftanlagen soll um den Faktor 7 gesteigert werden) in Konflikt mit Natur- und Umweltschutz treten wird, ist offensichtlich. Herr Dr. Altrock stellte hierzu die entsprechenden Planungen und Regelungen vor. Nach langer Zeit der Stagnation scheint in Sachen Ausbau der regenerativen Energie und Ernstnehmen der Klimakatastrophe nun vieles in Bewegung zu kommen, ohne dass der Naturschutz dabei auf der Strecke bleibt.

15.8.2022 Treffpunkt Bupheverweg 9 beim Windpark Info-Schild  16:00 Uhr

 

Kai Edlefsen

Landwirt, Pellwormer Energieerzeugungsgesellschaft

Silke Backsen, MdL Schleswig-Holstein, Biologin

„Regenerative Energie mitten im Nationalpark“

Konfliktfeld Energie/Naturschutz, Masterplan Pellworm und weitere Perspektiven

Am Montag trafen sich zahlreiche Interessierte mit der Landtagsabgeordneten der Grünen Silke Backsen und dem Geschäftsführer der Pellwormer EnergieErzeugungsgesellschaft Kai Edlefsen an der Pellwormer Inselmühle im Bupheverkoog. Neben Erläuterungen zur Funktionsweise einer Windkraftanlage, dem Energiekonzept für die Insel Pellworm diskutierten beide die Möglichkeiten zum Ausbau regenerativer Energie wie auch die Begrenzungen, die aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes geboten sind.

16:8.2022 Biogasanlage in de See 15:00 Uhr

 

Henning Clausen

Biogas GmbH Pellworm

 

„Die Energie--, Gas- und Umweltkrise, welche Rolle kann Biogas in Zukunft spielen?“

 

Henning Clausen stellte am Dienstag die Pellwormer Biogasanlage vor und diskutierte mit interessierten Gästen die Bedeutung, die Biogas im Rahmen der zukünftigen Energieversorgung haben wird. Die Bundesregierung sieht hier einen weiten Ausbau insbesondere zur Versorgung mit Bio-Methan vor. War bisher eine umfassende Nutzung energiereicher Abfallstoffe (Biotonne/Klärschlämme etc.) zu Teil gesetzlich ausgeschlossen, werden sich in Zukunft Möglichkeiten für eine energetische Kreislaufwirtschaft ergeben. Pellworm verfügt über kein Erdgasnetz, in das Bio-Methan eingespeist werden könnte, denkbar wäre allerdings, ein Mikro-Gasnetz aufzubauen, um beispielsweise Tammensiel und Ostersiel mit klimaneutralem Gas zur Wärmeerzeugung zu versorgen.

17.8.2022 Bürgerhaus Kaydeich, 19:00 Uhr

 

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein

 

„Energiewende und Naturschutz – Wie wir die Zwillingskrisen Klimawandel und Artensterben in Schleswig-Holstein angehen“

Am Mittwoch hatte sich der Energiewende und Klimaschutzminister des Landes Schleswig Holstein Tobias Goldschmidt auf den Weg gemacht, um gut 50 Zuhörer:innen die Planungen für Schleswig Holstein vorzustellen. Der für einen engagierten Arten- und Klimaschützer sicherlich nicht leichte Schritt, den Ausbau regenerativer Energien zum Teil auch zu Lasten des Naturschutzes zu fördern wurde von Minister Goldschmidt transparent und nachvollziehbar vorgestellt. Aúch wenn Schleswig-Holstein bereits jetzt eine führende Rolle bei der Nutzung regenerativer Energien einnimmt, ist ein weiterer Ausbauten erforderlich. Es sei eine offene, ehrliche und konstruktive Auseinandersetzung erforderlich, bei der es keine Denkverbote geben dürfe, erforderlich, so dass alle sich mitgenommen fühlen auf dem Weg in eine klimaneutrale und naturschutzfreundliche Zukunft. Die Herausforderung war ebenso spürbar wie das Engagement, mit dem diese Aufgabe seitens des Ministeriums und der gesamten Landesregierung in Angriff genommen wird. Die anschließende engagierte Diskussion machte deutlich, wie sehr das Thema die gesamte Zuhörerschaft bewegt und welche Sorgen mit Blick auf die Zukunft bestehen.

 

 

18.8.2022 Hafen Pellworm 11:00 Uhr

 

Doris Ehlers

„Mit Energie und Ausdauer“

Eine geführte Fahrradtour zu den unbekannten Seiten der Insel Pellworm

Kostenbeitrag 6 €

 

Den Abschluss der Energiewoche bildete eine Fahrradtour „mit Energie und Ausdauer“ zu den unbekannten Seiten Pellworms. Doris Ehlers führte die Radler-Gruppe souverän zu Orten auf der Insel, die auch manchen Pellwormer:innen nicht so bekannt sein dürften. Wie am Solarfeld, wo Werner Wulf die Geschichte und die Entwicklung des großen Pellwormer Sonnenkraftwerks vorstellte gab es an allen weiteren Haltepunkten von Doris Ehlers als profunder Kennerin der Pellwormer Geschichte eingehende Informationen. Das Wetter spielte mit alle Teilnehmer:innen waren, wie schon in der Vorjahren, begeistert, Pellworm auch einmal anders kennenzulernen.

 

Wie in den Vorjahren war die Energiewoche 2022 ein Highlight für alle Klimaschutz- , Energie- und Naturschutzbegeisterten: Auch wenn wir derzeit in bewegten und unsicheren Zeiten leben zeigte sich doch, dass auch den aktuellen Krisen eine große Chance innewohnt, die Klimakrise zu bewältigen und Natur- und Artenschutz voranzubringen

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